Berufsnavigator an der Käthe-Kollwitz-Realschule

Ein neues Instrument zur Berufswahlhilfe

Wie soll man als junger Mensch wissen, für welchen Beruf man besonders geeignet ist? Schulnoten alleine sind leider nicht immer aussagekräftig genug. Das bestätigen auch aktuelle Untersuchungen: Jeder vierte Auszubildende bricht seine Lehre vorzeitig ab. Um den Entscheidungsprozess auf eine rationale und systematische Basis zu stellen, führte die Käthe-Kollwitz-Realschule jetzt erstmals den sogenannten „Berufsnavigator“ mit der Jahrgangsstufe 9 durch. Veranstalter war die Volksbank in Minden eG. Die finanzielle Unterstützung übernahm die Agentur für Arbeit Herford.

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„Das Angebot an möglichen Berufen ist heutzutage riesig. Unsere Schulabgänger sind oft ratlos, welcher Beruf genau zu Ihnen passt. Darum wollen wir den Schülerinnen und Schülern helfen, den Übergang von der Schule in den Beruf gezielter zu gestalten“, so Helmut Kleine, verantwortlich für die Berufswahlförderung an der KKS.

Der Berufsnavigator bietet eine systematische Hilfe bei der Berufswahl an. Die Computer gestützte Anwendung hilft Schülerinnen und Schülern ihre persönlichen Stärken zu entdecken und den richtigen Berufsweg einzuschlagen. Es wurde in enger Zusammenarbeit mit Vertretern der Hochschule der Bundeswehr in Hamburg und der Wirtschaft entwickelt, ist wissenschaftlich abgesichert und hat eine Treffergenauigkeit von 90%. Das Verfahren nutzt die Kenntnisse von Schülern, die sich gut untereinander kennen. 

   

In einer Einführungsveranstaltung wurden alle Schüler und Schülerinnen über den Tagesablauf und die Funktionsweise des Berufsnavigators aufgeklärt.

In einem ersten Verfahrensschritt wurden die Profile der persönlichen Kompetenzen herausgearbeitet. Ein Schüler beurteilte gemeinsam mit drei Klassenkameraden (Peer-Rating) seine persönlichen Fähigkeiten. Über Handsender (elektronische Abstimmungsgeräte) bewerteten die Jugendlichen 50 verschiedene Merkmale (z.B. Belastbarkeit, Bildung, soziale Kompetenz, Ehrgeiz, Intelligenz, Kreativität...) mit Hilfe einer siebenstufigen Skala und erstellten so ein aussagekräftiges und präzises Persönlichkeitsprofil. Hierbei kam auch der Spaßfaktor für die 90 jugendlichen Teilnehmer nicht zu kurz, da die Abstimmungen anonym erfolgten. Der Einsatz der Technik beeindruckte und motivierte zugleich.

In einem zweiten Schritt ordnete eine spezielle Entscheidungssoftware den individuellen Eignungsprofilen der Schüler jeweils 10 passende Berufsbilder und ein individuelles Stärkenprofil zu. Hierfür stand eine umfangreiche Datenbank mit 202 Berufsprofilen für den Realschulbereich zur Verfügung.

Im Anschluss an das Beurteilungsverfahren berieten die erfahrenen Praktiker aus dem Personalbereich die Schüler im Hinblick auf ihre Ergebnisse. Es wurde für jeden Schüler ein individuell zugeschnittenes Ergebnis erarbeitet, Ziele definiert und weitere Arbeits- und Planungsschritte besprochen. Berufsberaterinnen und –berater der Arbeitsagentur greifen diese Ergebnisse beispielsweise auf und nutzen Sie in ihren persönlichen Gesprächen mit den Jugendlichen.

Das Fazit der Schülerschaft am Ende eines langen Tages war durchweg positiv und eindeutig zugleich: „Das hat´s echt gebracht - interessant, intensiv und überraschend - so was muss es öfters geben“.

 

Auf den Bildern von links nach rechts: Yvonne Thielking, Corinna Beckers, Manfred Frosch, Joachim Bührer, Tobias König (Bundesagentur für Arbeit), Sören Müller (Volksbank) sowie einige Schülerinnen und Schüler der Klassen 9a-9c. Unten rechts Helmut Kleine (Koordinator für Berufswahlförderung KKS).

(c)  BZ