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Erfahrungsbericht über Hilfe an Erdbebenopfern in Haiti |
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Der Sohn von Dr. Asadi geht in die Klasse 5 der Käthe-Kollwitz-Realschule und musste ab Ende Januar für 2 Wochen auf seinen Vater verzichten. Über den Klassenlehrer wurde der Kontakt danach schnell hergestellt. So erhielten die Schülerinnen und Schüler der Kassen 5b und 10b der Käthe-Kollwitz-Realschule Minden in einem 60minütigen Erfahrungsbericht mit Fotodokumentation einen fesselnden Einblick in die Lebensverhältnisse der helfenden aber auch leidenden Menschen kurz nach der Naturkatastrophe auf der Karibikinsel. Zerstörtes
Gebäude in Port-au-Prince. |
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| Dr. Asadi, der als Assistenzarzt am Johannes-Wesling-Klinikum arbeitet, hatte sich für seinen Einsatz freistellen lassen. Der aus Afghanistan stammende Mediziner leitet bereits eine Hilfsaktion für die Menschen in seinem Heimatland. | |
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| In einem katholischen Krankenhaus, das am Rand der Hauptstadt Port-au-Prince mit einem behelfsmäßigen OP-Bereich ausgestattet war, arbeitete der Arzt zusammen mit Prof. Dr. Volker Echtermeyer und belgischen Medizinern. Unter einfachsten operativen Bedingungen versorgten sie Brüche, Quetschungen, eiternde Wunden und viele andere äußere und innere Verletzungen. Gelegentlich waren auch Amputationen vorzunehmen. „Als Mediziner hat mich das ganz besonders beeindruckt – man braucht nicht immer perfekt ausgestattete OP-Säle, um Menschen zu retten“, so Dr. Asadi. Viele Fragen wurden im Anschluss an den Vortrag durch die Schülerschaft gestellt: „Was meinte Ihre Familie zu Ihrem Entschluss nach Haiti zu reisen? Wie viele Operationen haben Sie durchgeführt? Haben Sie Leichen gesehen? Können Sie nachts nach diesen schrecklichen Erlebnissen noch ruhig schlafen? Wie verarbeiten Sie das Erlebte? Wie ging es Ihnen bei der Abreise? Hat das Klinikum Sie unterstützt?“. Dr. Asadi beantwortete alle Fragen auf eine persönlich bewegende und sehr nachdrückliche Art und Weise, wie die Antwort auf die Frage nach dem schlimmsten Erlebnis beweist. „Am unangenehmsten war der fortwährend wahrnehmbare Leichengeruch, der über allen Straßen lag. Viele Menschen waren noch verschüttet, man durfte die einsturzgefährdeten Gebäude aber nicht betreten“, so Dr. Asadi. | |
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| Der Klassenlehrer der 5b, Guido Broziewski Blomenkamp, meinte abschließend: „Für unsere Schüler, die in Deutschland in der Regel doch alle sehr wohlbehütet aufwachsen, war dies ein Einblick in eine ganz andere Welt. Für junge Menschen ist es besonders wichtig, mit Menschen konfrontiert zu werden, die sich für Hilfsbedürftige einsetzen und unentgeltlich, also aus rein humanitären Antrieb heraus, handeln. Dieses soziale Engagement wird in unserer Gesellschaft doch immer seltener“. Entsprechend laut und anhaltend viel auch der Abschiedsapplaus der Schülerschaft für Dr. Asadi und seine Leistungen aus. |